Vorteile Nachteile Gezeitenkraftwerke

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Die Vor- und Nachteile des Gezeitenkraftwerks




Trotz der vielen (vor allem ökologischen) Vorteile und der Hoffungen, die man in die Weiterentwicklung von Gezeitenkraftwerken steckt, haben diese auch einige entscheidende Nachteile. Was den ökologischen Aspekt dieser Debatte betrifft so ist sicher, dass Gezeitenkraftwerke das Ökosystem der abgetrennten Bucht verändern. Zudem können sie auch die Gezeiten der Nachbarbuchten beeinflussen.

Desweiteren besteht die Gefahr, dass Einwohner die nah an der Bucht leben, welche für die Nutzung eines Gezeitenkraftwerkes abgetrennt werden soll, umgesiedelt werden müssen, da die natürlichen Voraussetzungen zum Betrieb eines Gezeitenkraftwerks, anders als bei den meisten klassischen Kraftwerken, nur wenig oder oft sogar gar keine Flexibilität bei der Standortwahl zulassen. Trotzdem sollte man diese Kraftwerke in Bevölkerungsnähe bauen, da sonst die Transportkosten einen zu hohen Verlust bringen würden, als dass sich der Betrieb eines Gezeitenkraftwerks lohnen würde.

Zudem ist schon lange bekannt, dass ein Staudamm Erdbeben auslösen kann und das auch in Gegenden, die unter normalen Umständen eigentlich nicht erdbebengefährdet sind. Aber schon der Staudamm an sich stellt ein Risiko für die betroffene Gegend da, da mit Dammbrüchen immer gerechnet werden muss und diese ja bekanntermaßen fatale Konsequenzen nach sich ziehen können. Auch die relativ hohen Investitionskosten sprechen nicht gerade für diese Kraftwerke. So ist zum Beispiel der Bau eines Gezeitenkraftwerks in der Summe um ca 55% teurer als der Bau eines Laufwasserkraftwerks.


Darüber hinaus ist die Effektivität eines herkömmlichen Gezeitenkraftwerks sehr niedrig. Man kann nur durchschnittlich 5630 GWh pro Jahr bei einer elektrischen Leistung von 860 MW und einer Laufzeit von etwa 198 Tagen im Jahr erreichen.

Bei all diesen Nachteilen müssen aber gleichzeitig die vielen Vorteile des Gezeitenkraftwerks mit ins Auge gefasst werden. Den grössten Vorteil stellt unweigerlich die Tatsache dar, dass es sich hierbei um regenerative, also unerschöpfliche Energie handelt. Auch betseht bei Gezeitenkraftwerken eine gute Kalkulierbarkeit der Stromerzeugung, weil es Gezeiten ja schliesslich immer gibt und diese auch relativ berechenbar sind, da sie praktisch ausschliesslich von der Umlaufbahn des Mondes abhängig sind. Ein grosser ökologischer Vorteil ist, dass beim Betrieb eines solchen Kraftwerks kaum CO² entsteht, da höchstens Not-Dieselmotoren zum Einsatz kommen. Auch gibt es beim Gezeitenkraftwerk keine Abfälle und es findet nur eine geringe Wärmeabgabe an die Umwelt statt. Überhaupt ist die Umweltbelastung sehr gering, es werden lediglich natürliche Wasserbewegungen phasenverschoben.

Zudem müssen auch die relativ einfache Technologie und die lange Lebensdauer von diesen Anlagen berücksichtigt werden. Schliesslich stellen Gezeitenkraftwerke keine unmittelbare Gefahr für den Menschen dar, wie es bei Atomkraftwerken der Fall ist.